Anpassungs-Inflation, zwingende
Anpassungs-Inflation, zwingende (necessitated adjustment inflation)
Neuere Bezeichung für folgende Wirkungskette: der aktive, im Arbeitsprozess stehende Teil der Bevölkerung eines Landes geht im Verhältnis zum nicht-aktiven Teil stark zurück (Geburtenrückgang, "Altenlast"), die Abgabenlast der Beschäftigten müsste aufgrund dessen sehr stark erhöht werden, was politisch nicht durchsetzbar ist; andererseits sind aber auch die Sozialleistungen so gut wie nicht zu kürzen, weil das den starken Widerstand aller betroffenen Gruppen (Aktive und Passive) hervorruft, die eine Lebensführung auf relativ hohem Niveau als den Sinn ihres Daseins erachten, weswegen nur auf indirektem Wege, nämlich über eine höhere Inflationsrate, der Konsum wirksam begrenzt und auf die vorhandenen Ressourcen zurückgeführt werden kann. - Aus dieser Überlegung leiten manche langfristig ein Sinken des EUR gegenüber dem USD, dem CNY (dieser ist an einen Währungskorb mit hohem Gewicht des USD gebunden) und der INR (Indien hat eine normal verteilte Bevölkerungstruktur) ab.
Siehe Altersquotient, Alterung.
Vgl. auch Monatsbericht der EZB vom März 2006, S. 75 ff. (Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen bei sinkender Bevölkerung), Monatsbericht der EZB vom Februar 2007, S. 65 ff. (Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen berechnet).
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