Bankenkrise
Bankenkrise (banking crisis)
Die Insolvenz einer einzelnen Bank.
Schwere Störungen bis hin zum völligen Zusammenbruch des Finanzsystems in einem Währungsgebiet. Betroffen hiervon sind vor allem Staaten mit hoher Auslandsverschuldung in Fremdwährung. Der Ausfall bewirkt immer einen mehrjährigen Rückgang von Produktion, Einkommen und Wohlstand; damit verbunden sind Steuerausfälle und in der Folge eine höhere Staatsverschuldung. Auch verlieren die Einleger bei den Banken sowie die Aktionäre ihr Geld. Wie die Erfahrung gezeigt hat, springt die Bankenkrise in einem Land leicht auf andere Volkswirtschaften über, die durch engen Handelsaustausch mit dem Krisenland verbunden sind. Zu den Spätfolgen zählt, dass Gläubiger für lange Zeit bei Ausleihungen an ein solches Land höhere Zinsen verlangen. Zwischen 1994 und 2003 zählte man international dreissig solcher Krisen, die meisten in Entwicklungs- und Schwellenländern. Jede dieser Krisen führt nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds zu einem Rückgang des Sozialprodukts von durchschnittlich 20 Prozent.
Siehe Bankzusammenbruch, Crash, Londoner Verfahren, Memoranda of Understanding, Rush to the exit, Staatschulden, verweigerte, Stop Loss Rules, Vertrauensverlust.
Vgl. Monatsbericht der EZB vom Juli 2004, S. 63 ff. (mit Auflistung der Krisen in Europa seit 1974), Monatsbericht der EZB vom Februar 2007, S. 81 ff. (Darstellung der vorsorglichen Massnahmen zur Abwehr einer Finanzkrise in der EU).
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